Zurück aus Danzig

An die Zeit in Danzig werde ich noch sehr lange zurückdenken, denn damit habe ich mir selbst ein großes Geschenk gemacht. Ich bin diese fünf Tage mit einem solchen Honigkuchenpferd-Grinsen durch die Stadt gelaufen, dass der ein oder andere Pole, der mir begegnet ist, ein wenig verunsichert war. Ich habe lediglich ein einziges Mal geweint – und das war am Vorabend meines Rückreisetages nach München. In dem Moment fand ich es einfach nur schrecklich wieder zurück zu müssen in meinen Alltag, der gar nicht so schlimm ist wie es jetzt klingt. Aber die Zeit in Danzig hat mir eben auch gezeigt, wie mein Leben sein könnte, wenn ich wirklich Zeit habe für das, was ich liebe: Schreiben. Ich habe jeden Tag zwischen 4 – 5 Stunden geschrieben, geplottet, recherchiert. Wenn ich Hunger hatte, bin ich vor die Tür gegangen und habe in einem der vielen und verdammt guten Restaurants gegessen. Wenn der Kopf frei gepustet werden musste, bin ich an der Mottlau spazieren gegangen – nur um wenig später vor den Menschenmassen in meine ruhige Wohnung zu flüchten. Wer weiß, vermutlich würde es mich nerven, wenn genau DAS mein Alltag wäre. Denn wie heißt es so schön: Auf der anderen Seite des Gartenzaunes ist das Gras immer viel grüner und schöner als im eigenen Garten.

Und deshalb werde ich das einfach wieder machen. Schreiburlaub mit mir allein. Vielleicht sogar zwei Tage länger. Nächstes Jahr. Ich freu mich jetzt schon darauf.

Dieser Blog hat Urlaub!

Bald geht mein Flieger nach Danzig und ich bin aufgeregt und glücklich und kann es kaum fassen, dass ich das wirklich mache. Beiträge gibt’s wieder ab nächster Woche – aber schaut doch einfach mal bei Instagram vorbei, da werde ich diese Woche aktiver sein 😉

Mrs. Millionbells goes to Gdansk

Ich einfach nur richtig urlaubsreif –der letzte „große“ Urlaub liegt schon beinah ein Jahr zurück. Und die vergangenen Monate waren intensiv: Abschied aus meinem alten Beruf und von einem Chef, mit dem ich die letzten 11 Jahre gearbeitet habe, dann ein komplett neues Umfeld und noch einmal von vorn anfangen. Und seien wir ehrlich: Man wird mit den Jahren nicht stressresistenter.

Nun hat der beste Ehemann der Welt zwei Mini-Männerurlaube mit seinen Jungs geplant, was aber auch bedeutet, dass außer unserem Sommerurlaub (na, immerhin drei Wochen) nichts mehr an gemeinsamen Urlaubstagen übrig bleibt. Ich habe noch 10 Tage – und einen geheimen Wunsch, den ich schon seit ein oder zwei Jahren immer mal wieder verspüre und ihn dann doch wieder schnell unterdrücke. Ich habe ihn nie laut ausgesprochen, noch nicht einmal aufgeschrieben – vielleicht dachte ich, es ist lächerlich, dass ich so empfinde? Aber in der letzten Zeit ließ sich diese Idee nicht mehr so leicht verdrängen. Und deshalb mache ich Urlaub. Fünf Tage. Ganz allein. Und nachdem ich mit zitternden Fingern auf „Buchen“ geklickt habe, bin ich einmal quer durchs Arbeitszimmer gehüpft. Was diese fünf Tage für mich bedeuten? Keinerlei Verpflichtungen, keine Rücksichtnahme gegenüber niemanden – es gibt nur mich und Danzig. Ich wollte unbedingt in eine Stadt, in der ich schon einmal war, weil mein primäres Ziel nicht Sightseeing ist. Danzig ist eine wunderschöne Stadt, die hat mich während unserer Hochzeitsreise 2016 tief beeindruckt. Und wann immer ich bisher in Polen war, habe ich mich gut aufgehoben gefühlt – die Menschen sind einfach sehr liebenswert.

Was ich mir von meinem Kurztrip erträume: Früh aufstehen, Schreiben bis Mittag, dann essen, in der Stadt flanieren (ein oder zwei Museen fehlen mir noch von meinem letzten Besuch und vielleicht sogar mit der Fähre nach Soppot), Abendessen in der Stadt, schreiben.

Schreiben, schreiben, schreiben, schreiben – ohne Ablenkung, ohne schlechtes Gewissen, weil ich doch mal die Wäsche machen müsste. Oder mich mit jener Freundin treffen. Oder noch diese und jene E-Mail beantworten. Keine Erwartungen, die andere an mich haben, erfüllen müssen. Nur meine eigenen – was oft schon schwer genug ist.

Und jetzt kann ich kaum erwarten, dass es los geht. 2005 habe ich an einem langen Wochenende Berlin allein erkundet – dabei ist das „MUT“-Bild entstanden, das bei uns im Arbeitszimmer steht. Ich muss bei dem Bild immer daran denken, wie viel Mut es mich gekostet hat, das Hotelzimmer zu verlassen und ganz allein durch die Straßen zu streunen – und wie ich es nach wenigen Minuten einfach nur toll fand.

Ich freue mich auf die Zeit mit mir allein.