Der neue Job – ein Fazit nach einem Jahr

Letztes Jahr um die Zeit wurde ich jeden Tag aufgeregter, weil der 1. August und damit der neue Job immer näher rückte. Die ersten Wochen und Monate – nein, eigentlich das erste Jahr war hart. Ich, die immer wusste, welchen Handgriff sie zuerst machen musste, um das bestmöglichste Ergebnis zu erzielen – ich war auf einmal wieder Azubi. Mit 37.

Titelanlageformular, Vorschautexte, Imprimatur, Makulierung, Erstumbruch… Wörter, die ich im Zweifel vorher noch nie gehört habe und unter denen ich mir nix vorstellen konnte. Mittlerweile weiß ich, was sie bedeuten und dass sie nur halb so schlimm sind, wie sie sich anhören. Jetzt rückt wieder ein 1. August heran und ich bin: Entspannt. Kann dieses Jahr sogar die Sommerregelung im Verlag nutzen, also sehr früh kommen und früh gehen. Es fühlt sich immer noch seltsam an, dass bei einem Feierabend um 15:30 Uhr keiner auf die Uhr schaut und fragt: „Jetzt schon? Aber wir müssen doch noch…“

Auch die Befürchtungen meiner ehemaligen Arbeitskollegen sind nicht eingetreten, dass ich mich langweilen könne, weil ich ja nicht mehr in meinem Beruf arbeite. Mir ist nicht langweilig – im Gegenteil. Es macht mir Spaß, vor allem auch, weil ich nicht nur nette Kollegen und eine sehr faire Chefin habe, sondern auch die Autoren immer höflich sind und gerne mal einen Plausch am Telefon mit mir halten.

Es gibt nur eins, worüber ich mich ärgere: Dass ich diesen Schritt nicht schon viel eher gewagt habe.