Textmanufaktur – Fernstudium

Am Sonntag habe ich erfahren, dass die Textmanufaktur ja auch ein Fernstudium anbietet. Die Teilnehmerin aus München, mit der ich eh in Kontakt bleiben will, nimmt schon daran teil. Und ich… Mich reizt das sehr. Dauert aber 18 Monate und ist natürlich nicht umsonst. Was ich ganz toll finde: Sie bieten an, mit dem Studierenden zusammen den Roman zu entwickeln. Ich liefere also ein Exposé und wenn sie es für gut genug finden, nehmen sie mich bei der Romanerstellung im Studium an die Hand. Das wäre wie der NaNoWriMo – nur mit Unterstützung. Hm…

Textmanufaktur – Tag 2 – Fazit

Ein großartiges Seminar-Wochenende ist heute leider zu Ende gegangen. Ich hätte das gerne noch ein oder zwei Tage länger machen können. Das lag zum einen an der fantastischen Dozentin Sylvia Englert und zum anderen auch an den spannenden anderen Teilnehmern. Es waren jedes Alter und alle Genres vertreten, das hat es niemals langweilig werden lassen. Ich habe von jedem Einzelnen profitiert und die Kritik, die geäußert wurde, war niemals verächtlich, sondern immer konstruktiv und wohlwollend. Das ist auch nicht selbstverständlich. Und am meisten freue ich mich über eine Teilnehmerin hier aus München, mit der ich auf jeden Fall in Kontakt bleiben werde.

Noch schwirrt mir der Kopf und ich bin erschöpft. Aber ich weiß jetzt, wo ich mit meinem NaNoWriMo-Projekt hin will – die Impulse, die ich in den letzten beiden Tagen bekommen habe, haben auch die Liebe zu dem Projekt wieder voll entfacht. Ich werde einiges recherchieren müssen (gut, dass der beste Mann der Welt auch einen Physik-Professor zu seinen Freunden zählt – den werde ich demnächst mal zum Essen einladen…) und ich freue mich auch darauf, meine Zukunfts-Welt weiter auszubauen. Das wird mich noch einiges an Arbeit kosten, aber ich habe mir fest vorgenommen, dass ich es bis zum 31. Oktober 2017 schaffe. Denn am 1. November startet mein nächstes NaNoWriMo-Projekt, die Idee hierfür habe ich ja schon und möchte sie unbedingt verwirklichen. Ich habe aber in dem Seminar gelernt, dass ich viel mehr Vorarbeit leisten muss – dann wird das mit dem Überarbeiten auch keine solche Katastrophe mehr…

Kurzer Datenüberblick

Fotos: 470 (bisher noch keine Auswahl getroffen)
Reisetagebuch: 15.971 Wörter
Geschichten: 1.176 Wörter

„Lachsfischen im Jemen“ habe ich mit Blick auf den Atlantik beendet. Das hat mir gut gefallen, dieser Mix aus Tagebucheinträgen, E-Mails, Protokollen und Vernehmungen. Und es hat mir auch gut gefallen, dass das Buch anders ausgeht als der Film. Irgendwie… es fühlt sich „richtiger“ an.

Außerdem habe ich auf dem Rückflug mein NaNoWriMo-Projekt in Scrivener bearbeitet, d.h. ich habe die Kapitel in die einzelnen Szenen aufgeteilt und beschrieben. Mir fehlt nur noch ein Kapitel. Ich war sehr effizient in den 3 Stunden in der Luft.

Jetzt sitze ich wieder an meinem Mini-Schreibtisch in unserem Arbeitszimmer, schaue statt auf das endlose Meer auf Hochhäuser und statt raschelnder Eidechsen höre ich die Münchner, die sich wütend anhupen, weil wieder einer nicht schnell genug an der Ampel los fährt. Und hab Heimweh nach Ribeira Brava.

Madeira

Ich beobachte den Atlantik. Ich beginne damit am Morgen mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Das Meer ist hellblau.

Mittags. Ich sitze hoch oben in den Bergen und lese. Die Sonne wandert und ich wandere mit ihr, immer dem Schatten nach. Der Atlantik ist dunkelblau. Schiffe zerschneiden die Oberfläche des Meeres, lassen weiße Narben zurück.

Die Sonne verschwindet hinter den Bergen. Der Atlantik ist eine silberne Masse, die in den Himmel hineinschwimmt, der sich rosa gefärbt hat. Ich erkenne nicht mehr, wo das Meer endet und der Himmel beginnt.

Der Mond geht auf. Ich proste ihm mit meinem Bier zu. Zeit ins Bett zu gehen.

Schreiben im Urlaub

Normalerweise bin ich in den Mr. & Mrs. Millionbells-Urlauben die treibende Kraft – kenne den Reiseführer in- und auswendig, suche noch ein Museum aus und noch eine Ausstellung und jenes Denkmal müssen wir unbedingt gesehen haben und diese Kirche muss der Hammer sein und was – wir haben erst drei Wanderungen in vier Tagen gemacht? Klingt stressig, ist es für mich aber nicht, denn ich will soviel aus dem Urlaub in dem fremden Land / Stadt herausholen wie nur irgend möglich. Wer weiß, wann ich noch einmal die Gelegenheit habe, dieses Land / Stadt zu besuchen?

Hier auf Madeira ist es anders. Mr. Millionbells hat seit ein paar Wochen Probleme mit beiden Füßen (für diejenigen, die es interessiert: Sehnenplattenentzündung – äußerst langwierig und äußerst schmerzhaft) – gebucht hatten wir den Urlaub aber schon länger. Was natürlich dazu führt, dass wir hier weniger wandern können als wir es geplant hatten.

Aber das ist seltsamerweise gar nicht schlimm. Es ist wunderbar, am Morgen mit einer Tasse Kaffee auf unserer Terrasse zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Den Eidechsen zuzuhören, die in den Büschen rascheln und der Brise, die die Blätter auf den Steinfliesen sanft vor sich hertreibt. Es gibt hier zwar Fernsehen, aber eben nur portugiesische Sender (und RTL – aber was kommt da schon von Wert?). Also habe ich mich endlich mal mit Scrivener auseinandergesetzt und somit auch mit dem NaNoWriMo-Projekt vom letzten November (ich arbeite gerade daran, die Kapitel in Szenen zu unterteilen und diese zu beschreiben) und ich schreibe an meiner letzten Kurzgeschichte weiter. Sogar eine Idee für den diesjährigen NaNoWriMo habe ich schon! Und ich bin gar nicht enttäuscht, dass wir nicht mehr Wanderungen machen, weil ich die umso mehr genieße, die wir machen können und mich dann schon wieder darauf freue, ins Apartment zurückzukommen und weiter zu schreiben. Fühlt sich ein bißchen so an wie früher in den Sommerferien, wenn die Tage unendlich lang waren und ich jede Sekunde fürs Schreiben verwenden konnte.

Mrs. Millionbells wechselt den Job

Die letzten beiden Wochen waren sehr… emotional. Ich habe mich – ohne etwas zu erwarten – um einen neuen Job beworben. Nach 13 Jahren hatte ich wieder ein Vorstellungsgespräch, kam in die zweite Runde und nach nur 1 ½ Wochen war klar, dass die mich wollen. Damit hatte ich nicht gerechnet und noch weniger damit, dass auch ich will. Und dann habe ich am 31. Mai gekündigt.

Mit meinem Chef arbeite ich seit 11 Jahren zusammen, mit ihm bin ich erwachsen geworden, er hat mir viel beigebracht, aber auch viel von mir verlangt. Ich habe bei den Schwangerschaften seiner Frau mitgefiebert und er bei meiner Hochzeit. Wir verstehen uns sehr gut und vielleicht war das auch das Problem: Er ist noch immer mein Chef und nicht ein Freund. Wenn es mal hässlich zwischen uns wurde, habe ich mir das zu Herzen genommen – mehr als es gut war. Auch habe ich mich ein Stück weit ausbeuten lassen – mehr als für mich gut war. Es fühlt sich dennoch so an als würde ich eine lange Beziehung beenden. Mein Chef schaut mich seither jeden Tag an als wäre er ein Hundewelpe und ich die böse Besitzerin, die ihn im Regen ausgesetzt hat.

Ich fühle mich mies, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn hängenlasse und wenn ich eins nicht bin, dann jemand, der andere verletzt und sich darüber freut. So beschissen ich mich aber auch fühle – mein Bauch sagt, dass ich das Richtige tue, dass die Entscheidung nicht falsch ist und die Zweifel vergehen werden.