Mrs. Millionbells, der Nicht-Einsiedlerkrebs

Eigentlich bin ich ein Einsiedlerkrebs – ich mag es, Zuhause vorm Fernseher, auf dem Balkon mit einem Buch oder am Schreibtisch vor meinem PC abzuhängen. Jedes Mal, wenn ich abends was vorhabe, denke ich mir: „So ein Mist, ich könnte jetzt stattdessen Zuhause sein und schreiben.“ Was ich dann nie tue, denn ich schaue nurr sinnlos fern oder durchforste Instagram/Twitter.

Dabei merke ich jedes Mal, wie gut es mir tut, wenn ich mich mit meinen Freunden – oder den Freunden des besten Ehemannes der Welt – treffe. Für ein paar Stunden mit anderen Menschen zusammen zu sein, stresst und saugt mich auch ein wenig aus, aber gleichzeitig ziehe ich daraus Energie für mich und Ideen für meine Geschichten und manchmal sitze ich einfach nur still in der Runde und freue mich über die witzigen und intelligenten und manchmal peinlichen, aber immer liebenswerten Menschen in meinem Leben.

Und ich habe mir vorgenommen, wieder viel mehr mit ihnen zu machen. Denn ich schreibe abends nicht, da bin ich einfach viel zu müde. Stattdessen – so nun mein teuflischer Plan – werde ich wieder morgens vorm Büro schreiben. Ich stehe sowieso früh auf und statt im Internet zu surfen könnte ich ja auch einfach: Schreiben. So wie früher auch. Hab schon die Twitter-App von meinem Handy gelöscht, die hat in letzter Zeit viel zu viel Zeit gefressen und oft waren die Kommentare einfach nur so voller Hass, dass ich dies nicht mehr lesen wollte. Ich scrolle vielleicht am Abend am PC mal kurz durch, aber nicht mehr auf dem Handy. Ab heute setze ich den neuen Plan um – hab‘ mich schon bei zwei Leuten gemeldet, mit denen ich ewig nichts mehr gemacht habe und gleich werde ich noch ein bisserl schreiben. Vielleicht klappt es ja so wieder mit dem regelmäßigen Schreiben. Daumen drücken!