Zurück aus Danzig

An die Zeit in Danzig werde ich noch sehr lange zurückdenken, denn damit habe ich mir selbst ein großes Geschenk gemacht. Ich bin diese fünf Tage mit einem solchen Honigkuchenpferd-Grinsen durch die Stadt gelaufen, dass der ein oder andere Pole, der mir begegnet ist, ein wenig verunsichert war. Ich habe lediglich ein einziges Mal geweint – und das war am Vorabend meines Rückreisetages nach München. In dem Moment fand ich es einfach nur schrecklich wieder zurück zu müssen in meinen Alltag, der gar nicht so schlimm ist wie es jetzt klingt. Aber die Zeit in Danzig hat mir eben auch gezeigt, wie mein Leben sein könnte, wenn ich wirklich Zeit habe für das, was ich liebe: Schreiben. Ich habe jeden Tag zwischen 4 – 5 Stunden geschrieben, geplottet, recherchiert. Wenn ich Hunger hatte, bin ich vor die Tür gegangen und habe in einem der vielen und verdammt guten Restaurants gegessen. Wenn der Kopf frei gepustet werden musste, bin ich an der Mottlau spazieren gegangen – nur um wenig später vor den Menschenmassen in meine ruhige Wohnung zu flüchten. Wer weiß, vermutlich würde es mich nerven, wenn genau DAS mein Alltag wäre. Denn wie heißt es so schön: Auf der anderen Seite des Gartenzaunes ist das Gras immer viel grüner und schöner als im eigenen Garten.

Und deshalb werde ich das einfach wieder machen. Schreiburlaub mit mir allein. Vielleicht sogar zwei Tage länger. Nächstes Jahr. Ich freu mich jetzt schon darauf.