Textmanufaktur – Zwischenstand

Wer hier ein wenig mitliest weiß, dass mich seit unserem letzten Sommerurlaub auf Madeira eine Idee (Arbeitstitel „300 Meter über dem Meer“) verfolgt. Diese Idee fand ich so gut, dass ich beschlossen habe, mein Textmanufaktur-Fernstudium dafür zu nutzen, um diese Idee zu verwirklichen. Eigentlich wäre es auch eine gute Idee für den NaNoWriMo, aber ich fand es zu schade, diese Idee dafür … ohje, das klingt jetzt ganz schlimm… zu verheizen. Ich liebe meine drei vergangenen NaNoWriMo-Projekte und zwar von ganzem Herzen. Aber ich habe es bisher noch nicht geschafft, sie so zu überarbeiten, dass sie auch jemanden lesen darf. Wobei – es geht nicht nur ums Überarbeiten – eigentlich muss ich sie von Grund auf neu schreiben. Denn je mehr ich im Fernstudium der Textmanufaktur lerne, um so mehr begreife ich auch, wie wichtig meine Figuren sind – und wie schlecht ich mich bei den NaNoWriMos vorbereitet hatte. Da ging es nur um die Idee und meine Figuren waren nur Mittel zum Zweck und wirkten deshalb flach und dünn und konnten auch die Idee nicht weiter voranbringen. Denn je weiter ich meine Figuren bei der Madeira-Idee entwickele, um so mehr entwickelt sich auch der Plot und ich sehe, was bisher damit nicht gestimmt hat. Ich konnte vorher einfach nicht genau benennen, WAS nicht gestimmt hat – ich war einfach nur unzufrieden. Und gestern – beim Kraxeln auf die Sonnenwendwand – hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Ich weiß jetzt, weshalb Sophia keine Fahrstunden in einer Fahrschule nimmt – und das passt perfekt zu der Sophia, die ich mir vorstelle. Das gibt auch der Geschichte viel mehr Schwung – viel mehr Leben. Und es sorgt dafür, dass ich mich noch mehr in Sophia verliebe – und genau so wird es auch den zukünftigen Lesern ergehen.

Und auch wenn das Fernstudium mich manchmal etwas stresst – es bringt mich und meine Projekte definitiv weiter. Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung im Januar getroffen habe.

Mrs. Millionbells plant

Am Samstag hatte mich mein Kreislauf niedergestreckt und ich hatte weder Hunger noch wollte ich mich großartig bewegen. Also lag ich auf dem Sofa herum während der beste Mann der Welt im Wald herumstreunte und Pilze sammelte. Aufs Lesen oder Schreiben konnte ich mich auch nicht konzentrieren und so blieb nur Fernsehen, um mich von meiner Misere abzulenken. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich beim Schauen von „Criminal Intent“ immer wieder abgedriftet bin – hin zur Arbeit und zum Schreiben. Bevor ich am Freitagnachmittag nach Hause gegangen bin, habe ich das erste Mal seit zwei Monaten eine To-Do-Liste geschrieben. In meinem alten Beruf habe ich damit ständig gearbeitet, denn durch diese Listen kann ich mich auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren. So ist es mir nämlich in den letzten beiden Monaten ergangen – ich bin während einer Aufgabe hektisch aufgeschreckt, weil es mir siedenheiß einfiel, dass ich ja noch Aufgabe a, b und c zu bewältigen hatte. Ich arbeite zwar mit einem Kalender und habe mir dort Wiedervorlagen notiert, aber eben nicht bei allen Aufgaben. Und so hat es immer wieder ein oder zwei Minuten gedauert bis ich mich beruhigt auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren und in den letzten Arbeitsstand hineinfinden konnte. Ich habe auch überlegt, warum ich bisher keine To-Do-Liste im Verlag geführt habe – vermutlich, weil ich noch immer so viel in mein „Handbuch“ (aka: was mache ich warum und wie) aufschreibe, dass ich ganz vergessen habe, wie gut ich eigentlich im Organisieren bin, wenn ich mir notiere, was alles ansteht.

Und das führt mich wiederum zum Schreiben. Vor lauter Projekten, die mir im Kopf herumschwirren – seien es alte oder neue – mache ich einfach: Nichts. Am Abend, als es mir dann endlich besser ging, habe ich mich mit Block und Bleistift hingesetzt und aufgeschrieben, welche Projekte ich am Laufen habe und wie ich diese in den nächsten Monaten umsetzen könnte. Das hat gut getan, all mein innerliches Chaos und Unruhe aufs Papier zu bringen! Sonntagmorgen habe ich meine Notizen wiederum in bunt und schön auf ein weißes Blatt Papier übertragen:

Dies ist also mein teuflischer Plan: Im Oktober werde ich mein Projekt „12 Geschichten in 12 Monaten“ vorbereiten und plotten was das Zeug hält. Bisher sind nämlich nur zwei Geschichten fertig.

Im November werde ich am NaNowriMo teilnehmen, aber in diesem Jahr zum ersten Mal nicht mit einem Roman, sondern eben mit den „12 Geschichten in 12 Monaten“. Denn ich möchte dieses Projekt sehr gerne beenden – und es zeitgleich dafür nutzen, um wieder ins Schreiben reinzukommen.

Für Dezember/Januar habe ich mir die Überarbeitung des „Mond-Projekts“ vorgenommen, das ist mein NaNoWriMo-Projekt von letztem Jahr. Ich möchte es soweit überarbeiten, dass ich es tatsächlich – wem auch immer – zum Lesen geben kann.

Wenn ich das abgeschlossen habe, werde ich im Januar/Februar 2018 mein Herzensprojekt beginnen. Dann werde ich auch endlich die Routine im Verlag haben, dass mein Kopf und mein Herz frei sind dafür: Das Fernstudium an der Textmanufaktur. Dies kann man mit seiner eigenen Roman-Idee verwirklichen, wenn die Dozenten die Idee für gut genug halten. Hoffen wir das beste!

Manchmal ist so ein Tag auf dem Sofa gar nicht so schlecht.

Neues Projekt und das Entwurfs-Notizbuch

Vor ein paar Tagen habe ich das Kurz-Exposé für mein neues Projekt geschrieben. Ungefähr zu gleichen Zeit bin ich über einen Eintrag von Julia bei Tumblr gestolpert, bei dem es um Entwurfs-Notizbücher geht (hier ist der Link). Deshalb war ich am Freitag extra noch bei Kaut-Bullinger und habe mich mit Schablonen und Klebemarker (die aussehen wie Lesezeichen) und Verzierungsbändern eingedeckt. Buntstifte und Fineliner hatte ich noch Zuhause. Ich bin beim Basteln und Zeichnen die totale Niete, aber dank der  Schablonen schaut’s gar nicht mal so schlecht aus. Und mein neues Notizbuch – das ist so wunderschön! Julias Entwurf-Notizbuch ist genau das, was ich gesucht habe, um meine Projekte in Zukunft besser vorbereiten und begleiten zu können.

Ich muss jetzt einfach mal Danke all denen Autoren sagen, die so überaus großzügig sind, ihre Art zu planen, zu schreiben und zu überarbeiten mit allen zu teilen. Jeder Eurer Tips macht es für mich leichter meinen eigenen Weg zu finden, um besser planen, schreiben und überarbeiten zu können. DANKE!