„Du fehlst“

Letzte Woche Donnerstag habe ich die Mail von Frau Schaberger (Initiatorin des tollen Schreibwettbewerbs und Projekts „Du fehlst“) erhalten, dass mein Buch an mich versendet wurde. Als ich am Freitag nach Hause kam, stand da ein Paket vor der Haustür – es war schon da!

Ich glaube, so aufgeregt war ich noch nie beim Öffnen eines Pakets. Da ist sie nun: Die erste Anthologie, in der ich vertreten bin. Ein irres Gefühl, seinen Namen in einem Inhaltsverzeichnis zu lesen – zwischen all den anderen großartigen Autoren mit ihren wunderbaren Kurzgeschichten, die dieses Buch enthält. Und dann kommt der Erlös aus dem Verkauf von „Du fehlst“ auch noch einem guten Zweck, nämlich der Hospizarbeit, zugute.

Ab dem 20. Juli 2018 könnt Ihr das Buch bei Eurem Buchhändler ums Eck (oder halt bei Amazon) erwerben – hier ist die ISBN: 978-3-9819857-0-2. Wenn Ihr mehr über das Projekt lesen wollt: https://q5-verlag.de/#home

Ich freue mich, wenn Ihr diesen Beitrag teilt oder verlinkt – und so möglichst viele Menschen von diesem Projekt erfahren und „Du fehlst“ kaufen, um die Hospizarbeit zu unterstützen!

Zurück aus Danzig

An die Zeit in Danzig werde ich noch sehr lange zurückdenken, denn damit habe ich mir selbst ein großes Geschenk gemacht. Ich bin diese fünf Tage mit einem solchen Honigkuchenpferd-Grinsen durch die Stadt gelaufen, dass der ein oder andere Pole, der mir begegnet ist, ein wenig verunsichert war. Ich habe lediglich ein einziges Mal geweint – und das war am Vorabend meines Rückreisetages nach München. In dem Moment fand ich es einfach nur schrecklich wieder zurück zu müssen in meinen Alltag, der gar nicht so schlimm ist wie es jetzt klingt. Aber die Zeit in Danzig hat mir eben auch gezeigt, wie mein Leben sein könnte, wenn ich wirklich Zeit habe für das, was ich liebe: Schreiben. Ich habe jeden Tag zwischen 4 – 5 Stunden geschrieben, geplottet, recherchiert. Wenn ich Hunger hatte, bin ich vor die Tür gegangen und habe in einem der vielen und verdammt guten Restaurants gegessen. Wenn der Kopf frei gepustet werden musste, bin ich an der Mottlau spazieren gegangen – nur um wenig später vor den Menschenmassen in meine ruhige Wohnung zu flüchten. Wer weiß, vermutlich würde es mich nerven, wenn genau DAS mein Alltag wäre. Denn wie heißt es so schön: Auf der anderen Seite des Gartenzaunes ist das Gras immer viel grüner und schöner als im eigenen Garten.

Und deshalb werde ich das einfach wieder machen. Schreiburlaub mit mir allein. Vielleicht sogar zwei Tage länger. Nächstes Jahr. Ich freu mich jetzt schon darauf.

Textmanufaktur – Zwischenstand

Wer hier ein wenig mitliest weiß, dass mich seit unserem letzten Sommerurlaub auf Madeira eine Idee (Arbeitstitel „300 Meter über dem Meer“) verfolgt. Diese Idee fand ich so gut, dass ich beschlossen habe, mein Textmanufaktur-Fernstudium dafür zu nutzen, um diese Idee zu verwirklichen. Eigentlich wäre es auch eine gute Idee für den NaNoWriMo, aber ich fand es zu schade, diese Idee dafür … ohje, das klingt jetzt ganz schlimm… zu verheizen. Ich liebe meine drei vergangenen NaNoWriMo-Projekte und zwar von ganzem Herzen. Aber ich habe es bisher noch nicht geschafft, sie so zu überarbeiten, dass sie auch jemanden lesen darf. Wobei – es geht nicht nur ums Überarbeiten – eigentlich muss ich sie von Grund auf neu schreiben. Denn je mehr ich im Fernstudium der Textmanufaktur lerne, um so mehr begreife ich auch, wie wichtig meine Figuren sind – und wie schlecht ich mich bei den NaNoWriMos vorbereitet hatte. Da ging es nur um die Idee und meine Figuren waren nur Mittel zum Zweck und wirkten deshalb flach und dünn und konnten auch die Idee nicht weiter voranbringen. Denn je weiter ich meine Figuren bei der Madeira-Idee entwickele, um so mehr entwickelt sich auch der Plot und ich sehe, was bisher damit nicht gestimmt hat. Ich konnte vorher einfach nicht genau benennen, WAS nicht gestimmt hat – ich war einfach nur unzufrieden. Und gestern – beim Kraxeln auf die Sonnenwendwand – hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Ich weiß jetzt, weshalb Sophia keine Fahrstunden in einer Fahrschule nimmt – und das passt perfekt zu der Sophia, die ich mir vorstelle. Das gibt auch der Geschichte viel mehr Schwung – viel mehr Leben. Und es sorgt dafür, dass ich mich noch mehr in Sophia verliebe – und genau so wird es auch den zukünftigen Lesern ergehen.

Und auch wenn das Fernstudium mich manchmal etwas stresst – es bringt mich und meine Projekte definitiv weiter. Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung im Januar getroffen habe.

Mrs. Millionbells goes to Gdansk

Ich einfach nur richtig urlaubsreif –der letzte „große“ Urlaub liegt schon beinah ein Jahr zurück. Und die vergangenen Monate waren intensiv: Abschied aus meinem alten Beruf und von einem Chef, mit dem ich die letzten 11 Jahre gearbeitet habe, dann ein komplett neues Umfeld und noch einmal von vorn anfangen. Und seien wir ehrlich: Man wird mit den Jahren nicht stressresistenter.

Nun hat der beste Ehemann der Welt zwei Mini-Männerurlaube mit seinen Jungs geplant, was aber auch bedeutet, dass außer unserem Sommerurlaub (na, immerhin drei Wochen) nichts mehr an gemeinsamen Urlaubstagen übrig bleibt. Ich habe noch 10 Tage – und einen geheimen Wunsch, den ich schon seit ein oder zwei Jahren immer mal wieder verspüre und ihn dann doch wieder schnell unterdrücke. Ich habe ihn nie laut ausgesprochen, noch nicht einmal aufgeschrieben – vielleicht dachte ich, es ist lächerlich, dass ich so empfinde? Aber in der letzten Zeit ließ sich diese Idee nicht mehr so leicht verdrängen. Und deshalb mache ich Urlaub. Fünf Tage. Ganz allein. Und nachdem ich mit zitternden Fingern auf „Buchen“ geklickt habe, bin ich einmal quer durchs Arbeitszimmer gehüpft. Was diese fünf Tage für mich bedeuten? Keinerlei Verpflichtungen, keine Rücksichtnahme gegenüber niemanden – es gibt nur mich und Danzig. Ich wollte unbedingt in eine Stadt, in der ich schon einmal war, weil mein primäres Ziel nicht Sightseeing ist. Danzig ist eine wunderschöne Stadt, die hat mich während unserer Hochzeitsreise 2016 tief beeindruckt. Und wann immer ich bisher in Polen war, habe ich mich gut aufgehoben gefühlt – die Menschen sind einfach sehr liebenswert.

Was ich mir von meinem Kurztrip erträume: Früh aufstehen, Schreiben bis Mittag, dann essen, in der Stadt flanieren (ein oder zwei Museen fehlen mir noch von meinem letzten Besuch und vielleicht sogar mit der Fähre nach Soppot), Abendessen in der Stadt, schreiben.

Schreiben, schreiben, schreiben, schreiben – ohne Ablenkung, ohne schlechtes Gewissen, weil ich doch mal die Wäsche machen müsste. Oder mich mit jener Freundin treffen. Oder noch diese und jene E-Mail beantworten. Keine Erwartungen, die andere an mich haben, erfüllen müssen. Nur meine eigenen – was oft schon schwer genug ist.

Und jetzt kann ich kaum erwarten, dass es los geht. 2005 habe ich an einem langen Wochenende Berlin allein erkundet – dabei ist das „MUT“-Bild entstanden, das bei uns im Arbeitszimmer steht. Ich muss bei dem Bild immer daran denken, wie viel Mut es mich gekostet hat, das Hotelzimmer zu verlassen und ganz allein durch die Straßen zu streunen – und wie ich es nach wenigen Minuten einfach nur toll fand.

Ich freue mich auf die Zeit mit mir allein.

Tipps von Matt Haig

Sind insgesamt 10 Tweets – allesamt lesenswert!

Tipps von Maggie Stiefvater

Unbedingt den gesamten Thread lesen!

Der Wettbewerb… ein paar Tage später…

Das Hoch hält immer noch an – dabei sind ja schon über fünf Tage vergangen. Das fette Grinsen kann mir grade nichts und niemand aus dem Gesicht wischen, noch nicht mal der Heuschnuppen, der mich in diesen Tagen wirklich arg quält. Es ist das erste Mal, dass ich außerhalb meines Familien- und Freundeskreises eine Anerkennung für mein Schreiben bekomme. Und wie sich alle mit mir freuen – das macht mich noch glücklicher! Und dann die wunderbaren Menschen bei Blog Q5! Sie gründen nun sogar einen Verlag, damit der Erlös aus dem Verkauf des Buches an ein Hospiz gehen kann. Wenn Ihr wissen wollt, wie der aktuelle Stand ist – hier ist der Link zu Blog Q5: https://blogq5.de/blog/

Dieses Ergebnis beim Wettbewerb hat mich so motiviert, dass ich mich am Freitag bei einer Autorengruppe angemeldet habe, die sich einmal im Monat trifft. Denn das ist es, was mir so sehr fehlt: Der Austausch mit anderen, die regelmäßig schreiben. Zwar folge ich sehr vielen Autoren auf Instagram, Twitter oder ihren Blogs – aber ich lese und like und teile nur ihre Beiträge, mehr nicht und es ersetzt nicht den persönlichen Kontakt. Ich bedauere es sehr, dass mir von den bisherigen Schreibkursen niemand geblieben ist – man hat sich zwar während der Kurse gut verstanden, aber dann versandete jedes „Ja klar, bleiben wir Kontakt“ schon am letzten Kurstag. Auch im Familien- oder Freundeskreis habe ich niemanden, der schreibt und gewisse Probleme nachvollziehen kann – ich bin also sehr allein was das Schreiben angeht. Das war früher für mich okay, aber inzwischen weiß ich, was ein „Schreib-Buddy“ wert ist – jemand, der Dir auch mal in den Hintern tritt, wenn Du keinen Bock hast oder Dir zuhört, wenn der Plot scheinbar nicht aufgeht oder mit dem man sich einfach mal auf ein Stündchen im Café trifft und dort gemeinsam schreibt statt immer nur allein am (wunderschönen!) Schreibtisch. Ich habe Glück – in einer Woche findet dieser Autorenstammtisch hier in München statt. Drückt mir die Daumen!