Au revoir!

In den vergangenen Wochen habe ich mir immer wieder über meinen Blog Gedanken gemacht und dabei festgestellt, dass ich nicht mehr wirklich Lust habe, Beiträge zu schreiben. Ich schreibe in ein schwarzes Loch hinein, denn Interaktionen mit anderen Bloggern oder Lesern finden hier überhaupt nicht statt. Natürlich liegt das auch an mir – ich müsste mehr Werbung machen oder selbst auf andere Blogger zugehen. Aber: Mir liegt weder das eine noch das andere.

Auf Instagram habe ich inzwischen schon mehr Kontakte geknüpft als hier auf und mit diesem Blog. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich bis auf weiteres keine Zeit mehr in meinen Blog investieren werde. Wer weiß – vielleicht habe ich eines Tages wieder Lust, Beiträge zu schreiben. Aber momentan macht es mir einfach mehr Spaß, auf Instagram Fotos zu posten, Bilder zu kommentieren und mich dort mit anderen Autoren auszutauschen.

Un es kommt eben nur darauf an: Macht das, was Euch Freude bereitet und Euch guttut. Alle anderen können sich mal gehackt legen 😉 In diesem Sinne: Passt auf Euch auf!

Sommerferien

Erinnert Ihr Euch noch an die Sommerferien? Sechs (oder zu DDR-Zeiten: Acht!) Wochen Freiheit – ohne ätzende Lehrer, nervende Mitschüler und Angst vor der nächsten Klassenarbeit/Leistungskontrolle. Im Gegensatz zu anderen Familien gab es bei uns keine Urlaube in fernen Ländern, wir sind Zuhause geblieben. Aber das war nicht schlimm – das waren die besten Sommer überhaupt. Mit der kleinen Schwester in einem Zimmer schlafen und nachts so lange reden, bis eine eingeschlafen ist, ganz viel lesen (strebermäßig auch schon das Buch für die nächste Klasse im Deutsch-Unterricht…) und vor allem: Ganz viel schreiben. Obwohl ich schon 20 Jahre aus der Schule raus bin, kann ich manchmal diese Sommer von damals noch spüren – wenn ich am Wochenende früh aufstehe und der Himmel blau ist und der Tag in unendlicher Weite vor mir liegt. Oder abends, wenn ich auf dem Balkon sitze und die Sonne untergeht und mir dieser eigentümliche Geruch nach Sommer in die Nase steigt. Dann muss ich immer für einen Moment die Augen schließen, weil ich die Freiheit und die Abwesenheit von Verpflichtungen und das Glück über den vor mir liegenden Sommer von damals spüre.

Und deshalb mache ich mit diesem Blog nun auch das: Sommerferien. Noch gute drei Wochen muss ich arbeiten, dann haben der beste Ehemann der Welt und ich drei Wochen frei, in denen wir mit dem Auto an die französische Atlantikküste fahren. Schaut bei Instagram vorbei, da werde ich regelmäßig Fotos hochladen. Und Ende September werde ich aus den (Blog-)Sommerferien zurückkehren – erholt und voller Sonne im Kopf und Meersalz im Haar und Eis im Bauch und jeder Menge Beiträge im Herz.

In diesem Sinne – genießt den Sommer!

Mrs. Millionbells, der Nicht-Einsiedlerkrebs

Eigentlich bin ich ein Einsiedlerkrebs – ich mag es, Zuhause vorm Fernseher, auf dem Balkon mit einem Buch oder am Schreibtisch vor meinem PC abzuhängen. Jedes Mal, wenn ich abends was vorhabe, denke ich mir: „So ein Mist, ich könnte jetzt stattdessen Zuhause sein und schreiben.“ Was ich dann nie tue, denn ich schaue nurr sinnlos fern oder durchforste Instagram/Twitter.

Dabei merke ich jedes Mal, wie gut es mir tut, wenn ich mich mit meinen Freunden – oder den Freunden des besten Ehemannes der Welt – treffe. Für ein paar Stunden mit anderen Menschen zusammen zu sein, stresst und saugt mich auch ein wenig aus, aber gleichzeitig ziehe ich daraus Energie für mich und Ideen für meine Geschichten und manchmal sitze ich einfach nur still in der Runde und freue mich über die witzigen und intelligenten und manchmal peinlichen, aber immer liebenswerten Menschen in meinem Leben.

Und ich habe mir vorgenommen, wieder viel mehr mit ihnen zu machen. Denn ich schreibe abends nicht, da bin ich einfach viel zu müde. Stattdessen – so nun mein teuflischer Plan – werde ich wieder morgens vorm Büro schreiben. Ich stehe sowieso früh auf und statt im Internet zu surfen könnte ich ja auch einfach: Schreiben. So wie früher auch. Hab schon die Twitter-App von meinem Handy gelöscht, die hat in letzter Zeit viel zu viel Zeit gefressen und oft waren die Kommentare einfach nur so voller Hass, dass ich dies nicht mehr lesen wollte. Ich scrolle vielleicht am Abend am PC mal kurz durch, aber nicht mehr auf dem Handy. Ab heute setze ich den neuen Plan um – hab‘ mich schon bei zwei Leuten gemeldet, mit denen ich ewig nichts mehr gemacht habe und gleich werde ich noch ein bisserl schreiben. Vielleicht klappt es ja so wieder mit dem regelmäßigen Schreiben. Daumen drücken!

Faces of Auschwitz

In Zeiten, in denen Antisemitismus wieder salonfähig wird und es auch für Facebook vollkommen okay ist, Holocaust-Leugnern eine Plattform zu bieten, ist es verdammt wichtig, dass es dieses Projekt gibt:

https://facesofauschwitz.com/

Klickt Euch durch die Fotos, lest die Texte – denn nur so können die Menschen und das, was ihnen angetan worden ist, nicht vergessen werden. Und sich hoffentlich nicht wiederholen.

PS: Falls Ihr den ein oder anderen Euro übrig habt: Das Projekt ist auf Spenden angewiesen.

Der neue Job – ein Fazit nach einem Jahr

Letztes Jahr um die Zeit wurde ich jeden Tag aufgeregter, weil der 1. August und damit der neue Job immer näher rückte. Die ersten Wochen und Monate – nein, eigentlich das erste Jahr war hart. Ich, die immer wusste, welchen Handgriff sie zuerst machen musste, um das bestmöglichste Ergebnis zu erzielen – ich war auf einmal wieder Azubi. Mit 37.

Titelanlageformular, Vorschautexte, Imprimatur, Makulierung, Erstumbruch… Wörter, die ich im Zweifel vorher noch nie gehört habe und unter denen ich mir nix vorstellen konnte. Mittlerweile weiß ich, was sie bedeuten und dass sie nur halb so schlimm sind, wie sie sich anhören. Jetzt rückt wieder ein 1. August heran und ich bin: Entspannt. Kann dieses Jahr sogar die Sommerregelung im Verlag nutzen, also sehr früh kommen und früh gehen. Es fühlt sich immer noch seltsam an, dass bei einem Feierabend um 15:30 Uhr keiner auf die Uhr schaut und fragt: „Jetzt schon? Aber wir müssen doch noch…“

Auch die Befürchtungen meiner ehemaligen Arbeitskollegen sind nicht eingetreten, dass ich mich langweilen könne, weil ich ja nicht mehr in meinem Beruf arbeite. Mir ist nicht langweilig – im Gegenteil. Es macht mir Spaß, vor allem auch, weil ich nicht nur nette Kollegen und eine sehr faire Chefin habe, sondern auch die Autoren immer höflich sind und gerne mal einen Plausch am Telefon mit mir halten.

Es gibt nur eins, worüber ich mich ärgere: Dass ich diesen Schritt nicht schon viel eher gewagt habe.